Konzept

Arbeitskonzept des Musiktheaters Konrad

Zielsetzung

Wir, das Musiktheater Konrad, wünschen uns, dass die Kinder, die vor dem Schritt in die Jugendlichkeit stehen, bei uns in einer Atmosphäre der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts ihre künstlerisch-technischen Begabungen erfahren und entwickeln können und ihre Stärken und Schwächen sowie ihr jeweils „Anderssein“ mit den Ausdrucksformen des Musiktheaters erleben und vermitteln dürfen. Dabei sollen sie mit Empathie und Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse des Gegenübers sowohl auf der Bühne als auch in der Vorbereitung einer Aufführung in Kontakt kommen können. Neben diesen eher prozessorientierten Zielen wollen wir unserem Publikum im Ergebnis ein künstlerisch niveauvolles, anspruchsvolles Theater bieten.

„…immer wieder bin ich erstaunt, wie viele Kinder nicht aktiv singen dürfen und keinerlei Erfahrung mit Stimmfindung und Tonbildung machen können, nie die Freude an Verbindung zwischen Sprache und Melodie empfunden haben, nie rauschhafte Erlebnisse im Chorgesang hatten und nie den Ausdruck eigener Gefühle im Sologesang ausprobieren konnten (so wie es in meiner Kindheit selbstverständlich war). Ich sehe mein Engagement im Theater als eine Art Graswurzelarbeit – etwas zum Blühen bringen, was in jedem Menschen angelegt ist…“ (Konrad Haas)

Grundsätze zur Entwicklung unserer Produktionen

Was für Stücke spielen wir?

Unsere Musiktheaterstücke werden von Konrad Haas geschrieben und komponiert. Entstanden ist bisher die „Sternchen“ Triologie mit drei Produktionen. Die Stücke handeln von der Klasse 6a, die im Landheim in drei aufeinanderfolgenden Nächten ein fantastisches Abenteuer mit konkretem Bezug zur Realität erlebt. Die Musik ist rockig, fetzig, anspruchsvoll. Wichtig: Konrad stimmt die Lieder auf die mitspielenden Kinder ab, sodass jedes Kind seinem Stimmvermögen entsprechend eine musikalische Einzelleistung erbringen kann, die natürlich unterschiedlich umfangreich ist.

„…Es ist unglaublich, wie sehr die Kinder in der Probenzeit zusammenwachsen,  Spass am Singen und Schauspielen entwickeln und ihre Schüchternheit überwinden. Auf diese Weise gelingt ein großes Stück Integration. Die Gundlachstiftung ist überzeugt, dass die Unterstützungsgelder sehr gut angelegt sind…“ (Uschi Hansen)

Wer spielt?

In unseren Theaterstücken spielen  Kinder zwischen 9 und 14 Jahren. Es gilt als wichtiges Ziel, solchen Kindern einen aktiven Zugang zu Musik und Theater zu verschaffen, die weniger an den „Hochkultur-Angeboten“ der Stadt teilnehmen können. Es wird außerdem der Gedanke verfolgt, Musik und Theater als wirkungsvolles Mittel der Integration bzw. Inklusion zu benutzen.

Keinesfalls wird ein Casting mit als besonders musikbegabt geltenden Kindern gemacht.

Mit wem arbeiten wir zusammen?

Die gewünschten MitspielerInnen haben wir in der IGS Hannover Linden gefunden, die für den Aspekt der Integration in Hannover beispielhaft ist, und in deren Unterrichtsplänen künstlerische Fächer wie Theater und Musik wichtig genommen werden. So haben wir entweder mit einer ganzen Klasse gespielt, bei denen Theater auf dem Stundenplan steht, oder mit einer Theater AG.

Durch die Kooperation mit der Schule kann deren Infrastruktur genutzt werden, was sehr hilfreich ist und Zeit, Geld und Kräfte spart. Die Klassenlehrer unterstützen das Projekt durch ständige Mitarbeit, durch ihre pädagogische Kompetenz und durch ihr soziales Netzwerk, z.B. den Kontakt zu den Eltern der Kinder. Dem Theater werden Übungsräume zur Verfügung gestellt. Außerdem können Erfahrungen zwischen Projektarbeit und anderem Schulunterricht nutzbringend ausgetauscht werden.

Wer arbeitet in unseren Produktionen?

Libretto, Einstudierung und musikalische Leitung übernimmt Konrad Haas. Eine besonders privilegierte Situation,  dass er als Autor und Komponist selbst die Einstudierung vornimmt, was auch die Kinder begeistert. Ein wichtiges Prinzip des Theaters besteht darin, dass die Kinder von professionellen Theaterschaffenden begleitet  und unterstützt werden. So ist es in den ersten beiden Produktionen  gelungen, den Bundesfilmpreisträger, Schauspieler und Regisseur Bernd Tauber für die Regie zu gewinnen. In dem dritten Stück führt die Regisseurin und Schauspielerin Imme Beccard  (Tatort,  Schauspielhaus Göttingen ) Regie. Auch Bühnenbild, Licht, Ton, Kostüme und Choreografie werden von professionellen Künstlern übernommen.  Das Orchester besteht aus 6 erwachsenen semi- bis professionellen Musikern. In die Produktion bringen sich auch die Mitglieder des Vereins Theater Konrad e.V. auf verschiedenen Gebieten ehrenamtlich ein. Auf der Bühne sind keine Erwachsenen zugelassen, vielmehr spielen, singen und tanzen nur unsere Kinder. Durch die professionelle Einrahmung gelangen sie zu großartigen Leistungen.

„…Das Singen ist zuerst der innere Tanz des Atems, der Seele, aber es kann auch unsere Körper aus jeglicher Erstarrung ins Tanzen befreien und uns den Rhythmus des Lebens lehren.“ (Yehudi Menuin)

Wer ist unser Publikum?

Unsere Aufführungen werden von Schulklassen und Familien besucht. Kinder und Erwachsene haben gleichermaßen Spaß. Für Schulklassen bieten wir eine Einführung in der Schule an.

Wie arbeiten wir?

Es sollen künstlerisch hochwertige, anspruchsvolle Aufführungen erarbeitet werden, die auch den Ansprüchen von Erwachsenen genügen. Im Zentrum steht für uns aber der Arbeitsprozess und der Aspekt, wie die Kinder sich entwickeln. Darum werden die Proben und Aufführungen filmisch und audiotechnisch dokumentiert. Die Fortschritte beim Singen und im Schauspiel werden im Probetagebuch nachvollzogen, insb. auch die Schwierigkeiten.

Die Probenzeit umfasst ¾ Jahr. Während der Schulzeit finden Einzel- und Gruppenproben zweimal wöchentlich statt. Außerdem gibt es in den Ferien eine Probenfreizeit, in der wir sehr intensiv szenisch proben und Text lernen. Unser ambitioniertes Ziel ist, dass jedes Kind alle Lieder – auch  alle Solopartien – beherrscht. Dadurch werden manche Lieder zu richtigen Hits, die von allen auch während der Freizeit mit Begeisterung gesungen werden.

„…Singen ist geil“ (Nina Hagen)

Um den Kindern eine nachhaltige Entwicklungsmöglichkeit durch wiederholtes Bühnenerlebnis zu bieten und  ihnen Sicherheit zu verschaffen, legen wir Wert auf eine Mindestzahl von Aufführungen (im Schnitte acht Aufführungen nach jeder Premiere) Die Aufführungen finden außerhalb des schulischen Raumes auf öffentlichen Bühnen statt. In diesem Sinn initiieren wir auch je eine Wiederaufnahme nach einem angemessenen Zeitraum, sowie Gastspielreisen zu bekannten Bühnen außerhalb des gewohnten Umfeldes (ETA Hoffmann Theater Bamberg, Pavillon Hannover, Kindertheaterfest Leibzig)


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